
WORUM GEHT‘S?
In Halstenbek soll eine großflächige Topgolf-Anlage entstehen – mit 102 offenen und beheizten Abschlagplätzen, Hotel, und langen Öffnungszeiten bis tief in die Nacht. Topgolf bedeutet nicht nur Golf, sondern einen dauerhaften Freizeit- und Veranstaltungsbetrieb mit Musik, Beleuchtung und hohem Besucheraufkommen.
Dieses Vorhaben hätte weitreichende Auswirkungen auf unsere Gemeinde:
- Mehr Verkehr und starke Lärmbelastung – besonders in den Abendstunden
- Hoher Energieverbrauch und starke Beleuchtung
- Belastung für Natur, Landschaft und Wohnqualität – großflächiger Eventbetrieb auf der Grevefläche
- Zusätzlicher Druck auf Infrastruktur und Umgebung
Besonders kritisch sehen wir die Dimension des Projekts nahe bestehender Wohn- und Naherholungsgebiete.
Diese Website bündelt Fakten, Hintergründe und Erfahrungen, die in der öffentlichen Diskussion oft zu kurz kommen. Schauen Sie auch bei UNTER UNS vorbei und lernen Sie uns kennen.
Petition
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Was bedeutet Topgolf für die Gemeindefinanzen?
Welche wirtschaftlichen Effekte sind von einer Topgolf-Anlage für eine Kommune zu erwarten? In der öffentlichen Diskussion werden dabei häufig Aspekte wie Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen genannt.
In diesem Video erklären wir die Unternehmensstruktur und die wirtschaftliche Entwicklung des Topgolf-Standorts Oberhausen anhand veröffentlichter und testierter Jahresabschlüsse sowie weiterer öffentlich zugänglicher Quellen.
Dabei betrachten wir unter anderem:
- Betreiber- und Eigentümerstruktur der Anlage
- Umsätze und Jahresergebnisse der Jahre 2023 und 2024 (northdata.de)
- Bedeutung von Verlustvorträgen für die Gewerbesteuer
- Beschäftigtenzahlen und Personalkosten
- Finanzierung der Immobiliengesellschaft
- Mögliche positive und negative Auswirkungen auf die Standortgemeinde
Ziel der Analyse ist es, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und möglichen kommunalen Effekte einer Topgolf-Anlage anhand konkreter Zahlen und Fakten nachzuvollziehen. Die Ergebnisse können einen Beitrag zur sachlichen Diskussion über Chancen und Herausforderungen eines solchen Projekts in Halstenbek leisten.
Wir gehen der Frage nach, warum trotz millionenschwerer Umsätze häufig nur geringe Gewerbesteuereinnahmen in den Gemeindekassen ankommen. Die vorliegenden Zahlen zeigen ein Unternehmen, das zwar hohe Umsätze erzielt, zugleich jedoch vergleichsweise niedrige Gewinne ausweist.
Unser Erfahrungsbericht aus Oberhausen:
Im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan 62 ("Greve-Flächen" am Eidelstedter Weg) wurde eine bestehende Topgolf-Anlage in Oberhausen besucht, um den Betrieb und mögliche Umweltauswirkungen zu untersuchen. Dabei wurden vor Ort Schall-, Licht- und thermische Messungen durchgeführt.
Ziel der Dokumentation Die vorliegenden Beobachtungen sollen einen Beitrag zur sachlichen Diskussion im laufenden Bebauungsplanverfahren leisten. Die vollständige Dokumentation umfasst: ein Video (ca. 9 Minuten) • eine Präsentation mit Messwerten • Karten und Vergleichsdaten.
JETZT DABEI SEIN
Die Entscheidungen werden jetzt getroffen.
Jetzt ist der Zeitpunkt, sich zu informieren und sich einzubringen, bevor langfristige Entscheidungen für Halstenbek fallen.
FAKTEN ZUM NACHSCHLAGEN
Halstenbek steht vor einer Richtungsentscheidung: Wollen wir eine lebenswerte Gemeinde mit gewachsenem Ortscharakter bleiben – oder zum Freizeitstandort für Hamburg werden?
LÄRM UND LICHT
Lärm wie Volksfest 365 Tage im Jahr, und in umliegenden Wohngebieten 10 x heller als eine Vollmondnacht
Mit der geplanten Topgolf-Anlage drohen Halstenbek weitreichende Lärm- und Lichtimmissionen – und das nicht nur an einzelnen Tagen, sondern dauerhaft, 365 Tage im Jahr. Der Betrieb soll werktags bis Mitternacht und am Wochenende sogar bis 2 Uhr nachts stattfinden. Musik, Eventbetrieb und große Besucherzahlen bis tief in die Nacht würden den Charakter unseres Wohnortes massiv verändern.
Besonders problematisch ist die Kombination aus dauerhaftem Betrieb, großflächiger Beleuchtung und erheblicher Schallbelastung. Gespielt wird Topgolf auf drei Etagen mit insgesamt 102 offenen Abschlagplätzen. Gleichzeitig könnten sich dort über 600 Menschen aufhalten. Die Abschlagbereiche werden dauerhaft mit Musik bespielt – ein großes Soundsystem mit 250 Lautsprechern sorgt tagsüber für Loungemusik, abends und insbesondere an Wochenenden zunehmend für laute, bassbetonte Musik wie House oder Techno.
Die hell ausgeleuchteten Spielflächen, Fassadenlichter und wechselnden Showeffekte wären weithin sichtbar und hörbar – weit über die Grevefläche hinaus. Bereits bestehende Anlagen zeigen, wie deutlich Licht und Geräusche auch in umliegenden Wohngebieten wahrgenommen werden können.
Wir haben die zu erwartende Lärmbelastung für Halstenbek modellhaft untersucht. Grundlage dafür waren Schallmessungen an der bestehenden Topgolf-Anlage in Oberhausen, die wir mit unterschiedlichen Messgeräten durchgeführt haben. Die gemessenen Werte stimmen dabei mit veröffentlichten Daten und Erfahrungswerten anderer Topgolf-Anlagen z.B. in den USA überein.
Für die Simulation wurden außerdem öffentlich verfügbare Geodaten aus OpenStreetMap für Halstenbek sowie eine professionelle Noise-Modelling-Plattform verwendet. Dadurch lässt sich realistisch abschätzen, wie sich Schall über das Gemeindegebiet ausbreiten könnte. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Auswirkungen von Musik, Besucherbetrieb und nächtlicher Nutzung wären weit über das direkte Umfeld hinaus wahrnehmbar - inkl. des Landschaftsschutzgebietes Krupunder See, und des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums.
Wichtig ist dabei: Lautstärke wird in Dezibel dB gemessen. Die Dezibel-Skala ist logarithmisch aufgebaut. Bereits eine Erhöhung um 3 dB bedeutet eine Verdopplung der Schallenergie. Zudem wird bei Musik ein sogenannter Impulszuschlag von 6 dB(A) berücksichtigt, da Musik – insbesondere bassbetonte und wechselnde Geräusche – vom menschlichen Gehör deutlich belastender wahrgenommen wird als gleichmäßige Hintergrundgeräusche.
Die Folgen betreffen deshalb nicht nur direkte Anwohner. Auch Menschen in Krupunder und Rellingen könnten erheblich belastet werden. Gleichzeitig leiden Tiere, Naturflächen und wichtige Erholungsräume unter dauerhafter Beleuchtung und nächtlichem Lärm. Ruhe, Dunkelheit und Lebensqualität würden verloren gehen. Zusammen mit zusätzlichem Verkehr und hohem Energieverbrauch würde sich der Charakter Halstenbeks nachhaltig verändern.
Halstenbek ist heute ein lebenswerter Wohnort mit gewachsenem Ortscharakter. Die Frage ist: Wollen wir wirklich, dass unsere Gemeinde zu einer dauerhaft beleuchteten und lauten Eventkulisse wird?
NATUR UND KLIMA
Statt die Außenterrassen von Topgolf zu beheizen könnten 3000 KfW40 Wohnungen beheizt werden
Die geplante Topgolf-Anlage wirft auch aus Klima- und Energiesicht erhebliche Fragen auf. Besonders kritisch ist dabei, dass große Teile der Außenbereiche und Abschlagplätze selbst im Winter mit Wärmestrahlern beheizt werden sollen. Eine solche Freizeit- und Eventanlage hätte einen enormen Energieverbrauch – und das in einer Zeit, in der Bürgerinnen und Bürger zum Energiesparen aufgefordert werden und hohe Kosten für energetische Sanierungen tragen müssen.
In Oberhausen wird jeder Abschlagplatz mit gasbetriebenen Infrarot-Dunkelstrahlern beheizt. Uns ist bekannt, dass neuere Anlagen auf elektrische Heizstrahler setzen – am grundsätzlichen Energiebedarf ändert dies jedoch nichts. Denn unabhängig von der eingesetzten Technik bleibt die benötigte Wärmemenge identisch.
Nach unseren Berechnungen liegt der jährliche Energiebedarf der geplanten Anlage bei rund 6 GWh. Auf Basis des deutschen Strommixes entspräche dies etwa 2.180 Tonnen CO₂ pro Jahr. Mit derselben Energiemenge könnten über 1.000 durchschnittliche Wohnungen sowie etwa 3000 KfW40 Wohnungen beheizt werden.
Für eine CO₂-Einsparung von 1.000–2.000 Tonnen pro Jahr müssten etwa 1.000–1.500 Häuser (je ca. 140 m², Effizienzklasse D) energetisch saniert werden – bei geschätzten Gesamtkosten von 140 bis 280 Mio Euro. Zusätzlich fallen durch die Anreise der Besucher erhebliche Emissionen an.
Gerade vor dem Hintergrund steigender Energiekosten und der hohen privaten Investitionen in energetische Sanierungen stellt sich die Frage, ob eine derart energieintensive Freizeit- und Eventanlage noch zeitgemäß ist. Während viele Menschen privat in Wärmedämmung, neue Heizungen und Photovoltaik investieren müssen, soll gleichzeitig eine energieintensive Eventanlage entstehen, deren Außenflächen dauerhaft beheizt und beleuchtet werden. Das wirft nicht nur Fragen der Nachhaltigkeit auf, sondern auch der Fairness.
Halstenbek hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Wir stellen deshalb die Frage, ob ein solches Projekt mit diesen Zielen überhaupt vereinbar ist.
Weiterhin müssen die Auswirkungen auf Natur- und Artenschutz dringend berücksichtigt werden. Die mit einer Topgolf-Anlage verbundenen Licht- und Lärmemissionen werden nicht nur lokal auf der Fläche wirken, sondern weiträumig geschützte Wildtieren wie Fledermäuse beeinträchtigen, irritieren und verdrängen. Insbesondere für den Bestand rund um den Krupunder See ist mit erheblichen Störungen bis hin zum Rückzug der Tiere aus dem Gebiet zu rechnen. Hinzu kommt die Belastung durch Mikroplastik aus dem eingesetzten Kunstrasen – ausgerechnet in einem Wasserschutzgebiet (Zone III).
Der Krupunder See befindet sich in unmittelbarer Nähe des geplanten Standorts und ist sowohl ein wichtiges Landschaftsschutz- als auch ein stark genutztes Naherholungsgebiet für die Region. Der Erhalt dieses Naherholungsgebiets liegt der Gemeinde und vielen Bürger:innen seit Jahrzehnten besonders am Herzen.
VERKEHR UND ORTSCHARAKTER
Eventstandort mit tausenden Besuchern und Verkehr statt Wohnort?
Topgolf würde das Erscheinungsbild Halstenbeks dauerhaft verändern. Die Anlage wäre mit ihren rund 52 Meter hohen Fangnetzen und Masten das höchste Bauwerk der Gemeinde – etwa doppelt so hoch wie der Halstenbeker Kirchturm. Allein die Höhe wäre dabei sicher noch kein Grund zur Sorge. Sie macht jedoch deutlich, welche Dimensionen dieses Projekt hätte – und wie groß die Auswirkungen auf eine vergleichsweise kleine Gemeinde an der Hamburger Stadtgrenze sein könnten.
Grundsätzlich bringt die Entwicklung von Gewerbeflächen selbstverständlich auch Chancen mit sich. Neue Arbeitsplätze, zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen und eine stärkere wirtschaftliche Nutzung sind nachvollziehbare Argumente. Beim Konzept Topgolf sehen wir jedoch konkrete Risiken für die Wohn- und Lebensqualität in Halstenbek.
Studien des Umweltbundesamts und des Robert Koch-Instituts zeigen, dass dauerhafte Lärmbelastung nicht nur gesundheitliche Folgen hat, sondern auch soziale Ungleichheit verstärken kann. Orte mit hoher Lärm- und Freizeitbelastung verlieren oft für Familien und einkommensstärkere Haushalte an Attraktivität, während die Lebensqualität der verbleibenden Anwohner sinkt. Für Halstenbek würde eine Topgolf-Anlage daher nicht nur mehr Verkehr, Licht und nächtlichen Lärm bedeuten, sondern auch eine schleichende Veränderung des Ortscharakters – weg von einem ruhigen Wohnort hin zu einem belasteten Freizeitstandort. Langfristig kann das die soziale Struktur einer Gemeinde verändern und bestehende Ungleichheiten verstärken.
Die Greve-Fläche soll großflächig versiegelt und intensiv genutzt werden. Dadurch verändert sich nicht nur das Landschaftsbild – auch Schall breitet sich auf versiegelten Flächen deutlich weiter aus als auf natürlichem, begrüntem Boden. Gleichzeitig handelt es sich bei Topgolf nicht um eine klassische Sportanlage, sondern um eine moderne Event- und Freizeitlocation mit langen Öffnungszeiten, Musikbetrieb und hohem Besucheraufkommen bis tief in die Nacht.
Mit der Anlage würde zusätzlicher Verkehr entstehen – sowohl durch PKW-Anreise als auch durch Besuchergruppen, die mit der S-Bahn anreisen und durch angrenzende Wohn- und Schulgebiete wie Bickbargen laufen würden. Besonders die Anschlussstelle Halstenbek/Krupunder sowie die umliegenden Straßen dürften erheblich stärker belastet werden - ein Problem, da hier schon an einigen Stellen die Belastungsgrenze erreicht ist. Eine abschließende Parkplatzplanung liegt bislang nicht vor. Die bisherigen Entwürfe lassen jedoch befürchten, dass die vorgesehenen Stellplätze nicht ausreichen werden. Die Folge wird zusätzlicher Parksuchverkehr in angrenzenden Wohngebieten sein.
Hinzu kommt: Topgolf versteht sich ausdrücklich als Freizeit- und Eventkonzept mit Gastronomie und Alkoholausschank. Gerade in den Abendstunden und an Wochenenden ist deshalb mit einer deutlich veränderten Atmosphäre im Umfeld (inkl. des Krupunder Sees) zu rechnen. Topgolf zieht täglich über tausend Besucher an. Die unmittelbare Nähe zu Wohn- und Naturschutzgebieten macht die Befürchtungen der Anwohnerschaft – von zunehmenden Ruhestörungen bis hin zu Vandalismus – durchaus nachvollziehbar.
Besteht eine direkte Marktkonkurrenz zwischen dem geplanten/bestehenden Topgolf-Standort in Halstenbek und dem Golf Lounge Resort Hamburg? Welche kommunalen Handlungs- und Gestaltungsoptionen verbleiben unserer Gemeinde für den Fall, dass Hamburg-Moorfleet der dominierende Standort bleibt und das Projekt in Halstenbek hinter den wirtschaftlichen Erwartungen zurückbleibt?
Wir sollten uns deshalb ehrlich die Frage stellen, welche Entwicklung wir für Halstenbek wollen. Wollen wir eine lebenswerte Wohngemeinde mit gewachsenem Ortscharakter bleiben – oder uns schrittweise zu einem großflächigen Freizeit- und Eventstandort an der Hamburger Stadtgrenze entwickeln?
MEDIZINISCHE SICHT
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet dauerhaften Umgebungslärm ausdrücklich als Gesundheitsrisiko
1. Lärm als gesundheitliche Belastung
Aufgrund seiner negativen Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden und die Gesundheit ist Lärm ein wichtiges Thema im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Laute Musik sowie die zusätzliche Geräuschkulisse durch ein erhöhtes Besucher- und Verkehrsaufkommen können bei Anwohnerinnen und Anwohnern zu chronischem Stress führen. Nächtliche Lärmbelastung kann die Tiefschlafphasen unterbrechen. Dies führt unter anderem zu einer Erhöhung des Cortisolspiegels, der wiederum wissenschaftlich mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck und damit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert ist. Die dauerhafte Erhöhung des Umgebungslärms stellt zudem eine psychische Belastung dar und kann mit einem erhöhten Risiko für Depressionen einhergehen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet dauerhaften Umgebungslärm ausdrücklich als Gesundheitsrisiko und hat Leitlinien mit Empfehlungen zum Schutz der menschlichen Gesundheit vor Belastungen durch Verkehrslärm, Freizeitlärm und andere Lärmquellen entwickelt.
In der Topgolf-Anlage in Oberhausen wurden Schallpegel von 96 bis 100 dB im Bereich der Abschlagplätze gemessen. In etwa 350 Metern Entfernung – dies entspricht ungefähr der Distanz zum nächstgelegenen Wohngebiet in Halstenbek – wurden noch etwa 55 bis 60 dB gemessen. Ab einer Lautstärke von etwa 85 dB beginnt der Bereich, in dem Gehörschäden auftreten können. Bereits nach acht Stunden Dauerbelastung bei 85 dB können erste Hörschäden entstehen. Dies entspricht ungefähr der Lautstärke eines Rasenmähers. Für jede Erhöhung um lediglich 3 dB verdoppelt sich die Schallenergie. Bei 88 dB kann eine Schädigung daher bereits nach vier Stunden auftreten. Bei etwa 120 dB liegt die Schmerzgrenze des menschlichen Gehörs. Dies entspricht beispielsweise der Lautstärke eines Martinshorns in unmittelbarer Nähe. Bereits eine kurzfristige, einmalige Belastung kann in diesem Bereich zu dauerhaften Hörschäden führen.
2. Lichtverschmutzung und Auswirkungen auf den Schlaf
Typisch für Topgolf-Anlagen sind starke Flutlichtsysteme. Diese können den zirkadianen Rhythmus des Menschen stören. Schlaf ist für die physische und psychische Regeneration lebensnotwendig. Durch Auswirkungen auf das neuroendokrine System kann die Melatoninproduktion beeinträchtigt werden, was wiederum zu einer verminderten Schlafqualität führt. Dadurch können Stresssymptome entstehen und das Risiko für verschiedene Erkrankungen, insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erhöht werden. Darüberhinaus stellt ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus einen Risikofaktor für die psychische Gesundheit dar und kann die Entstehung von Depressionen und Angststörungen begünstigen. Ein gestörter Nachtschlaf kann außerdem das Immunsystem beeinträchtigen und dadurch die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten erhöhen.
3. Erhöhtes Verkehrsaufkommen
Große Eventanlagen erzeugen ein erhebliches Verkehrsaufkommen, das mit einer erhöhten Belastung durch Luftschadstoffe einhergeht. Es entstehen höhere Konzentrationen von Feinstaub und Stickoxiden sowie zusätzliche Belastungen durch Mikroplastik infolge von Reifenabrieb. Insbesondere für Menschen mit pulmonalen Vorerkrankungen, beispielsweise Asthma oder chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), bedeutet dies ein erhöhtes Risiko für eine Verschlechterung ihrer Erkrankung.
Besonders kritisch ist dies, wenn sich solche Anlagen in unmittelbarer Nähe von Wohngebieten, Kindertagesstätten oder Schulen befinden. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob ein erhöhtes Verkehrsaufkommen an solchen Standorten vertretbar ist. In Verkehrsgutachten werden gesundheitliche Aspekte häufig nur begrenzt berücksichtigt. Insbesondere die gesundheitlichen Auswirkungen von Feinstaubemissionen werden oftmals unterschätzt.
4. Auswirkungen auf vulnerable Gruppen
Topgolf-Anlagen sind Teil einer Eventkultur, die eng mit Gastronomie und dem Konsum von Alkohol verbunden ist. Halstenbek ist eine vergleichsweise ruhige Gemeinde mit vielen Familien und Kindern. Die geplante Anlage würde sich in unmittelbarer Nähe eines Wohngebiets sowie mehrerer Kindertagesstätten und Schulen befinden. Bei Kindern laufen kognitive Prozesse wie Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis weniger automatisiert ab als bei Erwachsenen. Insbesondere erhöhter Lärm, aber auch Schlafstörungen, können die Entwicklung und Leistungsfähigkeit dieser Funktionen beeinträchtigen. Studien zu erhöhtem Fluglärm zeigen beispielsweise Verzögerungen im Lese- und Hörverständnis bei Kindern. Mit einem erhöhten Besucheraufkommen steigt zudem die Wahrscheinlichkeit von Fahrten unter Alkoholeinfluss und damit potenziell auch das Risiko von Verkehrsunfällen. Vulnerable Gruppen – insbesondere Kinder, ältere Menschen, chronisch Kranke und Menschen mit psychischen Erkrankungen – reagieren empfindlicher auf Lärm, Licht, nächtliche Unruhe und Luftschadstoffe.
5. Umweltmedizinische Aspekte
Topgolf-Anlagen gehen häufig mit einer großflächigen Versiegelung und dem Einsatz von Kunstrasen einher. Dies kann die Bildung von Hitzeinseln im Sommer fördern, die natürliche Kühlung verringern und die Aufenthaltsqualität beeinträchtigen. Darüber hinaus können sich negative Auswirkungen auf die Luftqualität und die Naherholung ergeben. Diese Faktoren können sich indirekt ebenfalls auf die Gesundheit auswirken. Eine gesundheitsfördernde Stadt- und Gemeindeplanung sollte daher ausreichend ruhige Grünflächen sowie Begegnungsräume ohne Konsumzwang vorsehen.
6. Zusammenfassung
Aus medizinischer Sicht sprechen zahlreiche Argumente gegen den Bau einer Topgolf-Anlage. Diese beziehen sich weniger auf den Golfsport selbst als vielmehr auf die Kombination aus Eventbetrieb, Gastronomie, Verkehrsaufkommen und Flächenverbrauch. Besonders relevant sind dabei tieffrequente Musikbässe, Besuchergeräusche sowie der Parkplatzverkehr mit nächtlichen An- und Abreisebewegungen. Bei der Bewertung der gesundheitlichen Belastungen stellt sich die Frage, ob diese im Verhältnis zum öffentlichen Nutzen stehen oder ob sie angesichts der potenziellen Gesundheitsfolgen städtebaulich und gesundheitspolitisch unverhältnismäßig sind. Wichtig ist dabei, dass nicht nur einzelne Belastungsfaktoren wie Lärm oder Feinstaub betrachtet werden. Vielmehr treffen hier mehrere potenziell gesundheitsschädliche Einflüsse zusammen. Diese kumulative Belastung kann das Gesundheitsrisiko deutlich erhöhen.







