TOPGOLF?

WORUM GEHT‘S?

In Halstenbek soll eine großflächige Topgolf-Anlage entstehen – mit 102 offenen und beheizten Abschlagplätzen, Hotel, und langen Öffnungszeiten bis tief in die Nacht. Topgolf bedeutet nicht nur Golf, sondern einen dauerhaften Freizeit- und Veranstaltungsbetrieb mit Musik, Beleuchtung und hohem Besucheraufkommen.

Dieses Vorhaben hätte weitreichende Auswirkungen auf unsere Gemeinde:

  • Mehr Verkehr und starke Lärmbelastung – besonders in den Abendstunden
  • Hoher Energieverbrauch und starke Beleuchtung
  • Belastung für Natur, Landschaft und Wohnqualität großflächiger Eventbetrieb auf der Grevefläche
  • Zusätzlicher Druck auf Infrastruktur und Umgebung

Besonders kritisch sehen wir die Dimension des Projekts nahe bestehender Wohn- und Naherholungsgebiete.

Viele Bürgerinnen und Bürger wissen bislang nicht, welche Dimension dieses Vorhaben tatsächlich hat.

Gerade deshalb ist es wichtig, sich jetzt zu informieren und eine eigene Position zu bilden – bevor irreversible Entscheidungen getroffen werden.

Diese Website bündelt Fakten, Hintergründe und Erfahrungen, die in der öffentlichen Diskussion oft zu kurz kommen.

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Ihre Stimme zählt!!!

Geben Sie Ihre Stimme ab und unterschreiben Sie unsere Petition für eine „Neubewertung d. geplanten Topgolfanlage in Halstenbek aufgrund v. Lärm-&Umweltrisiken“. Wir brauchen 2000 Stimmen in 42 Tagen.

Unterschriften können aus ganz Deutschland kommen. Vielen Dank!

Unser Erfahrungsbericht aus Oberhausen:

Im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan 62 ("Greve-Flächen" am Eidelstedter Weg) wurde eine bestehende Topgolf-Anlage in Oberhausen besucht, um den Betrieb und mögliche Umweltauswirkungen zu untersuchen. Dabei wurden vor Ort Schall-, Licht- und thermische Messungen durchgeführt. 

Ziel der Dokumentation Die vorliegenden Beobachtungen sollen einen Beitrag zur sachlichen Diskussion im laufenden Bebauungsplanverfahren leisten. Die vollständige Dokumentation umfasst: ein Video (ca. 9 Minuten) • eine Präsentation mit Messwerten • Karten und Vergleichsdaten. 

JETZT DABEI SEIN

Die Entscheidungen werden jetzt getroffen.
Jetzt ist der Zeitpunkt, sich zu informieren und sich einzubringen, bevor langfristige Entscheidungen für Halstenbek fallen.

FAKTEN ZUM NACHSCHLAGEN

Halstenbek steht vor einer Richtungsentscheidung: Wollen wir eine lebenswerte Gemeinde mit gewachsenem Ortscharakter bleiben – oder zum Freizeitstandort für Hamburg werden?

LÄRM UND LICHT

Lärm wie Volksfest 365 Tage im Jahr, und in umliegenden Wohngebieten 10 x heller als eine Vollmondnacht

Mit der geplanten Topgolf-Anlage drohen Halstenbek weitreichende Lärm- und Lichtimmissionen – und das nicht nur an einzelnen Tagen, sondern dauerhaft, 365 Tage im Jahr. Der Betrieb soll werktags bis Mitternacht und am Wochenende sogar bis 2 Uhr nachts stattfinden. Musik, Eventbetrieb und große Besucherzahlen bis tief in die Nacht würden den Charakter unseres Wohnortes massiv verändern.

Besonders problematisch ist die Kombination aus dauerhaftem Betrieb, großflächiger Beleuchtung und erheblicher Schallbelastung. Gespielt wird Topgolf auf drei Etagen mit insgesamt 102 offenen Abschlagplätzen. Gleichzeitig könnten sich dort über 600 Menschen aufhalten. Die Abschlagbereiche werden dauerhaft mit Musik bespielt – ein großes Soundsystem mit 250 Lautsprechern sorgt tagsüber für Loungemusik, abends und insbesondere an Wochenenden zunehmend für laute, bassbetonte Musik wie House oder Techno.

Die hell ausgeleuchteten Spielflächen, Fassadenlichter und wechselnden Showeffekte wären weithin sichtbar und hörbar – weit über die Grevefläche hinaus. Bereits bestehende Anlagen zeigen, wie deutlich Licht und Geräusche auch in umliegenden Wohngebieten wahrgenommen werden können.

Wir haben die zu erwartende Lärmbelastung für Halstenbek modellhaft untersucht. Grundlage dafür waren Schallmessungen an der bestehenden Topgolf-Anlage in Oberhausen, die wir mit unterschiedlichen Messgeräten durchgeführt haben. Die gemessenen Werte stimmen dabei mit veröffentlichten Daten und Erfahrungswerten anderer Topgolf-Anlagen z.B. in den USA überein.

Für die Simulation wurden außerdem öffentlich verfügbare Geodaten aus OpenStreetMap für Halstenbek sowie eine professionelle Noise-Modelling-Plattform verwendet. Dadurch lässt sich realistisch abschätzen, wie sich Schall über das Gemeindegebiet ausbreiten könnte. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Auswirkungen von Musik, Besucherbetrieb und nächtlicher Nutzung wären weit über das direkte Umfeld hinaus wahrnehmbar - inkl. des Landschaftsschutzgebietes Krupunder See, und des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums.

Wichtig ist dabei: Die Dezibel-Skala ist logarithmisch aufgebaut. Bereits eine Erhöhung um 3 dB bedeutet eine Verdopplung der Schallenergie. Zudem wird bei Musik ein sogenannter Impulszuschlag von 6 dB(A) berücksichtigt, da Musik – insbesondere bassbetonte und wechselnde Geräusche – vom menschlichen Gehör deutlich belastender wahrgenommen wird als gleichmäßige Hintergrundgeräusche.

Die Folgen betreffen deshalb nicht nur direkte Anwohner. Auch Menschen in Krupunder und Rellingen könnten erheblich belastet werden. Gleichzeitig leiden Tiere, Naturflächen und wichtige Erholungsräume unter dauerhafter Beleuchtung und nächtlichem Lärm. Ruhe, Dunkelheit und Lebensqualität würden verloren gehen. Zusammen mit zusätzlichem Verkehr und hohem Energieverbrauch würde sich der Charakter Halstenbeks nachhaltig verändern.

Halstenbek ist heute ein lebenswerter Wohnort mit gewachsenem Ortscharakter. Die Frage ist: Wollen wir wirklich, dass unsere Gemeinde zu einer dauerhaft beleuchteten und lauten Eventkulisse wird?

NATUR UND KLIMA

Statt die Außenterrassen von Topgolf zu beheizen könnten 3000 KfW40 Wohnungen beheizt werden

Die geplante Topgolf-Anlage wirft auch aus Klima- und Energiesicht erhebliche Fragen auf. Besonders kritisch ist dabei, dass große Teile der Außenbereiche und Abschlagplätze selbst im Winter mit Wärmestrahlern beheizt werden sollen. Eine solche Freizeit- und Eventanlage hätte einen enormen Energieverbrauch – und das in einer Zeit, in der Bürgerinnen und Bürger zum Energiesparen aufgefordert werden und hohe Kosten für energetische Sanierungen tragen müssen.

In Oberhausen wird jeder Abschlagplatz mit gasbetriebenen Infrarot-Dunkelstrahlern beheizt. Uns ist bekannt, dass neuere Anlagen auf elektrische Heizstrahler setzen – am grundsätzlichen Energiebedarf ändert dies jedoch nichts. Denn unabhängig von der eingesetzten Technik bleibt die benötigte Wärmemenge identisch.

Nach unseren Berechnungen liegt der jährliche Energiebedarf der geplanten Anlage bei rund 6 GWh. Auf Basis des deutschen Strommixes entspräche dies etwa 2.180 Tonnen CO₂ pro Jahr. Mit derselben Energiemenge könnten über 1.000 durchschnittliche Wohnungen sowie etwa 3000 KfW40 Wohnungen beheizt werden.

Für eine CO₂-Einsparung von 1.000–2.000 Tonnen pro Jahr müssten etwa 1.000–1.500 Häuser (je ca. 140 m², Effizienzklasse D) energetisch saniert werden – bei geschätzten Gesamtkosten von 140 bis 280 Mio Euro. Zusätzlich fallen durch die Anreise der Besucher erhebliche Emissionen an.

Gerade vor dem Hintergrund steigender Energiekosten und der hohen privaten Investitionen in energetische Sanierungen stellt sich die Frage, ob eine derart energieintensive Freizeit- und Eventanlage noch zeitgemäß ist. Während viele Menschen privat in Wärmedämmung, neue Heizungen und Photovoltaik investieren müssen, soll gleichzeitig eine energieintensive Eventanlage entstehen, deren Außenflächen dauerhaft beheizt und beleuchtet werden. Das wirft nicht nur Fragen der Nachhaltigkeit auf, sondern auch der Fairness.

Halstenbek hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Wir stellen deshalb die Frage, ob ein solches Projekt mit diesen Zielen überhaupt vereinbar ist.

Weiterhin müssen die Auswirkungen auf Natur- und Artenschutz dringend berücksichtigt werden. Die mit einer Topgolf-Anlage verbundenen Licht- und Lärmemissionen werden nicht nur lokal auf der Fläche wirken, sondern weiträumig geschützte Wildtieren wie Fledermäuse beeinträchtigen, irritieren und verdrängen. Insbesondere für den Bestand rund um den Krupunder See ist mit erheblichen Störungen bis hin zum Rückzug der Tiere aus dem Gebiet zu rechnen. Hinzu kommt die Belastung durch Mikroplastik aus dem eingesetzten Kunstrasen – ausgerechnet in einem Wasserschutzgebiet (Zone III).

Der Krupunder See befindet sich in unmittelbarer Nähe des geplanten Standorts und ist sowohl ein wichtiges Landschaftsschutz- als auch ein stark genutztes Naherholungsgebiet für die Region. Der Erhalt dieses Naherholungsgebiets liegt der Gemeinde und vielen Bürger:innen seit Jahrzehnten besonders am Herzen.

VERKEHR UND ORTSCHARAKTER

Eventstandort mit tausenden Besuchern und Verkehr statt Wohnort?

Topgolf würde das Erscheinungsbild Halstenbeks dauerhaft verändern. Die Anlage wäre mit ihren rund 52 Meter hohen Fangnetzen und Masten das höchste Bauwerk der Gemeinde – etwa doppelt so hoch wie der Halstenbeker Kirchturm. Allein die Höhe wäre dabei sicher noch kein Grund zur Sorge. Sie macht jedoch deutlich, welche Dimensionen dieses Projekt hätte – und wie groß die Auswirkungen auf eine vergleichsweise kleine Gemeinde an der Hamburger Stadtgrenze sein könnten.

Grundsätzlich bringt die Entwicklung von Gewerbeflächen selbstverständlich auch Chancen mit sich. Neue Arbeitsplätze, zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen und eine stärkere wirtschaftliche Nutzung sind nachvollziehbare Argumente. Beim Konzept Topgolf sehen wir jedoch konkrete Risiken für die Wohn- und Lebensqualität in Halstenbek.

Studien des Umweltbundesamts und des Robert Koch-Instituts zeigen, dass dauerhafte Lärmbelastung nicht nur gesundheitliche Folgen hat, sondern auch soziale Ungleichheit verstärken kann. Orte mit hoher Lärm- und Freizeitbelastung verlieren oft für Familien und einkommensstärkere Haushalte an Attraktivität, während die Lebensqualität der verbleibenden Anwohner sinkt. Für Halstenbek würde eine Topgolf-Anlage daher nicht nur mehr Verkehr, Licht und nächtlichen Lärm bedeuten, sondern auch eine schleichende Veränderung des Ortscharakters – weg von einem ruhigen Wohnort hin zu einem belasteten Freizeitstandort. Langfristig kann das die soziale Struktur einer Gemeinde verändern und bestehende Ungleichheiten verstärken.

Die Greve-Fläche soll großflächig versiegelt und intensiv genutzt werden. Dadurch verändert sich nicht nur das Landschaftsbild – auch Schall breitet sich auf versiegelten Flächen deutlich weiter aus als auf natürlichem, begrüntem Boden. Gleichzeitig handelt es sich bei Topgolf nicht um eine klassische Sportanlage, sondern um eine moderne Event- und Freizeitlocation mit langen Öffnungszeiten, Musikbetrieb und hohem Besucheraufkommen bis tief in die Nacht.

Mit der Anlage würde zusätzlicher Verkehr entstehen – sowohl durch PKW-Anreise als auch durch Besuchergruppen, die mit der S-Bahn anreisen und durch angrenzende Wohn- und Schulgebiete wie Bickbargen laufen würden. Besonders die Anschlussstelle Halstenbek/Krupunder sowie die umliegenden Straßen dürften erheblich stärker belastet werden - ein Problem, da hier schon an einigen Stellen die Belastungsgrenze erreicht ist. Eine abschließende Parkplatzplanung liegt bislang nicht vor. Die bisherigen Entwürfe lassen jedoch befürchten, dass die vorgesehenen Stellplätze nicht ausreichen werden. Die Folge wird zusätzlicher Parksuchverkehr in angrenzenden Wohngebieten sein.

Hinzu kommt: Topgolf versteht sich ausdrücklich als Freizeit- und Eventkonzept mit Gastronomie und Alkoholausschank. Gerade in den Abendstunden und an Wochenenden ist deshalb mit einer deutlich veränderten Atmosphäre im Umfeld (inkl. des Krupunder Sees) zu rechnen. Topgolf zieht täglich über tausend Besucher an. Die unmittelbare Nähe zu Wohn- und Naturschutzgebieten macht die Befürchtungen der Anwohnerschaft – von zunehmenden Ruhestörungen bis hin zu Vandalismus – durchaus nachvollziehbar.

Besteht eine direkte Marktkonkurrenz zwischen dem geplanten/bestehenden Topgolf-Standort in Halstenbek und dem Golf Lounge Resort Hamburg? Welche kommunalen Handlungs- und Gestaltungsoptionen verbleiben unserer Gemeinde für den Fall, dass Hamburg-Moorfleet der dominierende Standort bleibt und das Projekt in Halstenbek hinter den wirtschaftlichen Erwartungen zurückbleibt?

Wir sollten uns deshalb ehrlich die Frage stellen, welche Entwicklung wir für Halstenbek wollen. Wollen wir eine lebenswerte Wohngemeinde mit gewachsenem Ortscharakter bleiben – oder uns schrittweise zu einem großflächigen Freizeit- und Eventstandort an der Hamburger Stadtgrenze entwickeln?

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